Projekte


Aktuelle Projekte:

Gestaltete Unmittelbarkeit. Atmosphärisches Erleben in einer affektiv-responsiven Umgebung

Die jüngsten Entwicklungen digitaler Technologien zielen auf eine neue Qualität der Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt ab. Die Alltagsgegenstände werden ‚intelligent‘ und nicht nur mit einander, sondern auch mit dem Menschen vernetzt, indem sie auf dessen Handlungen reagieren oder auch eigenständig aktiv werden. Der gängige Ansatz der Technologieentwicklung ist rein funktional und beabsichtigt, den modernen Lebensstil bezüglich Komfort und Sicherheit zu verbessern. Das Projekt geht jedoch davon aus, dass diese Veränderungen entscheidende Auswirkungen auf das affektive, gesamtleibliche Erleben der Menschen haben und untersucht daher die atmosphärischen Qualitäten intelligenter, responsiver Umgebungen.

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Epistemologie der Multimedialität (seit 2009)

Das Projekt „Epistemologie der Multimedialität“ beschäftigt sich mit der grundsätzlichen Frage nach den Bedingungen mehrsensueller Wahrnehmung und ihrer Modellierung. Ausgangspunkt ist die Diagnose, dass es weder in der Philosophie noch in der Kulturtheorie bisher Modelle des Zusammenspiels der Sinne gibt, die den Anforderungen der multimedialen Wirklichkeit gerecht werden. Stattdessen wurden über die Jahrhunderte hinweg sinnliche Wahrnehmung und Erkenntnis voneinander getrennt und das an sich synästhetische und nicht nur auf dem Bewusstsein beruhende Erleben in einzelne voneinander getrennte Gebiete aufgegliedert.

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Interart (seit 2011)

In Kooperation mit Prof. Dr. Anke Finger von der University of Connecticut soll eine Webseite rund um das Thema „Interart“ und „Interart Studies“ entstehen. Dabei geht es zum einen um eine Sammlung und Kategorisierung intermedialer Kunstformen in Geschichte und Gegenwart, zum anderen aber auch um eine Reflexion der verschiedenen methodischen Herangehensweisen in Europa und den USA, um diese mit einander in einen fruchtbaren Dialog zu bringen.
Als Teil dieses Projektes fand im September 2011 im Rahmen der ISEA Istanbul ein Panel zum Thema „Interart / Intersensorium. On the Interrelation of Media and the Senses" statt. Vortragende waren: Cretien van Campen (NL); Anke Finger (USA), Christiane Heibach (D), Birgit Mersmann (D) sowie Randall Packer (USA).

Seit Mai 2013 gibt es einen Blog "Interarts - Intermedia - Intersenses" gemeinsam mit Prof. Dr. Anke Finger (University of Connecticut).

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Abgeschlossene Projekte

Vortragsreihe "Ästhetik der Materialität" im WS 2012/13

Ästhetik der Materialität

 

 

 

 

 

 

Die Vortragsreihe „Ästhetik der Materialität“ strebt an, die natürlich-künstliche (Um)Welt des Menschen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Dabei hat sie sowohl die sinnlich-aisthetische, medial vermittelte Wahrnehmungsweise von Materialität im Blick als auch deren künstlerische, literarische, philosophisch-theoretische sowie technisch-naturwissenschaftlich-industrielle Inszenierung bzw. Verarbeitung. Sie fragt sowohl trans- als auch interdisziplinär nach der Realität, Medialität und Potentialität materieller wie immaterieller Substanzen, die die Lebenswelt des Menschen konstituieren und beeinflussen: Was ist Materialie und Material aus physikalisch-technischer-gestalterischer Sicht? Welche Rolle spielen sie in der praktischen Realität des Alltags, in der Ökonomie- und Technikhistorie, in den Künsten, im ‚kollektiven Imaginären’? Die interdisziplinäre Behandlung dieser Fragen kann Aufschluss geben darüber, wie bestimmte Materialien kulturell eingeordnet wurden und werden und wie sich ihre verschiedenen ideellen und konkreten Funktionen zueinander verhalten.

Multimediale Aufführungskunst (2003-2010)

Im Zuge der in den Geisteswissenschaften immer prominenter werdenden Diskussion um die Performanz hat sich in den letzten Jahren sowohl in den Literatur- als auch in den Kunstwissenschaften das Augenmerk zunehmend auf prozessorientierte Kunstformen gerichtet. Interaktive Medienkunst und multimediale Aufführungsprojekte (nicht nur im Rahmen des Theaters), aber auch Alltagsphänomene wie Massenveranstaltungen aller Art bilden Untersuchungsobjekte, auf die der Begriff der Performanz angewendet wird.

Multimediale AuffuehrungskunstDas Projekt und die daraus hervorgegangene Publikation widmet sich der Aufführung aus historischer Sicht und untersucht die Frage, unter welchen Bedingungen sich die multimediale Aufführung als eigenständige Kunstform, wie sie sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem im Bereich der Theaterreformen, aber auch in verschiedenen Experimenten der Avantgarde manifestiert, herausbilden konnte.
Dabei geht es um die Frage, welche Begründungsstrategien im ästhetischen Diskurs seit dem 18./19. Jahrhundert für die Existenz der Aufführung angeführt wurden, die in ihrer Struktur dem 'klassischen' Kunstwerkbegriff entgegengesetzt ist, weil sie das Ergebnis kooperativer Arbeit und nicht eines Einzelkünstlers ist, weil sie aus dem (jeweils unterschiedlich gestalteten) Zusammenspiel mehrerer Medien besteht und daher auch beim Rezipienten mehrere Sinne anspricht. Zudem ist sie auf die gleichzeitige Präsenz von Akteuren und Zuschauern angewiesen und birgt damit interaktionsintensives Potential in sich, das die Einzelkünste zumeist nicht aufweisen. Insofern steht die Aufführung dem Kunstwerkbegriff, der um 1800 zum wesentlichen Begründungspfeiler der autonomen Kunst wird, entgegen und muss mit anderen Argumentationsstrategien als eigenständiges ästhetisches Phänomen gerechtfertigt werden.

Die Untersuchung erfolgt zwar chronologisch, konzentriert sich aber auf Fallbeispiele: auf die ästhetische Diskussion vor allem der Dichter in Klassik und Frühromantik, auf Richard Wagners Konzept des "Kunstwerks der Zukunft" und die Realisierung seiner ästhetischen Pläne in Bayreuth sowie auf die Theaterreformbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts. Sie bilden paradigmatische Stationen, anhand derer die sukzessive Verschiebung der Kriterien zur Beurteilung der Aufführung herausgearbeitet werden kann.

p0es1s (seit 2000)

Von 2000 bis 2001 fanden in Zusammenarbeit mit Dr. Friedrich W. Block von der Stiftung Brückner-Kühner [Link: www.brueckner-kuehner.de] und Dr. Karin Wenz (vormals Universität Kassel, jetzt Universität Maastricht) mehrere Veranstaltungen statt, die sich mit der digitalen Poesie, ihren historischen Vorläufern und ihren theoretischen Verankerungen und praktischen Materialisierungen befassten. Dazu gehörte 2000 ein Symposium an der Universität Kassel, 2001 ein internationales, von der DFG gefördertes Symposion an der Universität Erfurt und 2004 eine von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Ausstellung "p0es1s – Digitale Poesie“ im Kulturforum in Berlin. Begleitend zur Ausstellung erschien im Hatje Cantz Verlag eine Publikation „p0es1s – Ästhetik Digitaler Poesie/Aesthetics of Digital Poetry, die auf den Beiträgen des Erfurter Symposiums basierte.
Die Veranstaltungsreihe wird von Friedrich W. Block nach wie vor fortgesetzt (weitere Details: www.p0es1s.net).

Netzästhetik (1997-2003)

Das Projekt befasst sich mit der Geschichte und Gegenwart von Vernetzungskonzepten in der Literatur, aber auch in der Kunst. Sowohl Kunst und Literatur können als Vernetzungsphänomene betrachtet werden, wobei die jeweils kulturell dominanten Medien über Akzeptanz und Ablehnung von Vernetzungsformen entscheiden. Kunst und Literatur jedoch zeichnen sich dadurch aus, dass sie zu allen Zeiten versuchten, über die jeweils gültigen kulturellen Paradigmen hinauszudenken – ein Charakteristikum, das sich bei der kulturellen Ausgestaltung des Vernetzungsmediums par excéllence, des Internets, als aufschlussreich für eine Zukunftsprognose erweisen kann. Das Projekt widmet sich vor allem dem Verhältnis von neuen (Vernetzungs)Medien und Literatur und analysiert die Veränderungen der Paradigmen für die Literatur- und Kunstproduktion, -darstellung und –rezeption durch den aktuellen kulturellen Medienwandel, Gleichzeitig wird nach historischen Vorläufern gesucht, denn neue Entwicklungen entstehen selten im luftleeren Raum, sondern beziehen sich häufig auf schon existierende Konzepte und modifizieren diese – insbesondere in Wechselwirkung mit den jeweiligen Medien, die sie verwenden. Das Projekt ist inzwischen abgeschlossen, aus ihm sind neben der Webseite „Netzästhetik“ zwei Publikationen hervorgegangen: 2000 erschien als eine der ersten ausführlichen Arbeiten zur Internetliteratur und -kunst meine Dissertation „Literatur im Internet“ (hier als pdf) [à Link zum pdf], 2003 dann im Suhrkamp-Verlag „Literatur im elektronischen Raum“ als Buch- und CD-ROM-Publikation. Eine Netzversion der CD-ROM finden Sie hier.
Die Webseiten dieses Projektes werden nicht mehr aktualisiert und sind auf dem Stand von 2003 „eingefroren“.

Literatur im elektronischen Raum (2000-2003)

Literatur im elektronischen RaumBuch & CD-ROM, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2003 (stw 1605)
ISBN 3-518-29205-6, € 14,--

Durch den künstlerischen Einsatz von Computer und Internet wird der weitgehend monomediale und interaktionsarme Literaturbegriff der Buchkultur grundlegend in Frage gestellt. Kooperative Formen des Schreibens, inter- und hypermediale Textgestaltung sowie interaktive Einbindung von Leser/Publikum sind ideengeschichtlich zwar nicht neu, ihre Umsetzung in den alten Medien – z. B. durch die Avantgarden – hatte jedoch nur mäßigen Erfolg. Medientheoretisch gesehen waren damals die erforderlichen materiellen Voraussetzungen noch nicht gegeben. Mit Computer und Internet stehen zur Realisierung von interaktionsintensiven und synästhetischen Projekten anscheinend jetzt geeignete Instrumente zur Verfügung. Ihre spezifische Materialität führt jedoch nunmehr zur Transformationen der „alten“ Konzepte und erzeugt neue ästhetische Phänomene.

„Literatur im elektronischen Raum“ untersucht computer- und netzbasierte Literatur im Kontext sowohl ihrer Ideengeschichte als auch ihrer medienspezifischen Ästhetik. Gleichzeitig werden die Bedingungen einer neuen Produktions-, Darstellungs- und Rezeptionsästhetik und ihre Auswirkungen auf den Literaturbegriff und die Literaturwissenschaft skizziert. Die beigelegte CD-ROM fasst die wichtigsten Thesen des Buches in medienspezifischen Darstellungsformen zusammen, enthält ausführliche Projektanalysen und stellt einige Projekte, die im noch jungen Bereich der computer- und netzbasierten Literatur schon als kanonisch gelten können, offline zur Verfügung.
Die CD-ROM wurde aus Mitteln der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt gefördert.

Webversion der CD-ROM